Die Inschrift auf der Sonnenuhr

Eine kurze Suche im Internet ergab, dass es sich bei der Inschrift auf der Sonnenuhr um den ersten Vers eines Gedichts des römischen Dichters Horaz (65 – 8 v. Chr.) handelt.

Hier eine Übersetzung der ersten paar Verse von Johann Heinrich Voß:

Beglückter Mann, der fern von allem Weltgeschäft,
Wie biedres Volk des Altertums,
Sein Vaterfeld mit eignen Stieren wohl durchpflügt,
Von allem Wuchersinne frei;
Den nicht zum Blutkampf Horngetön’ rauhschmetternd weckt,
Nicht ängstet grauser Zorn des Meers,
Der Markt und Richtstuhl meidet und großmächtiger Mitbürger stolze Wohnungen.

Auch in den folgenden Versen wird das Landleben in schönen, bunten Bildern beschrieben.

Die Sonnenuhr hängt an einem Gebäude mit einem Fluss direkt vor der Haustür, Platz für Feld und Garten, Wald in der Nähe. Ein idealer Ort für das friedliche, vergnüngte Treiben, das Horaz in seinem Gedicht beschreibt.

Mit Zitaten ist das aber so eine Sache, denn wenn man das Gedicht zuende liest, gelangt man zu folgendem Schluss:

Als so geredet unser Wuchrer Alfius,
Durchaus ein Landmann schon im Geist,
Flugs trieb er ein im Monatsmittel alles Geld,
Am ersten drauf belegt er’s neu.

Nun frage ich mich natürlich, ob der Erbauer des prächtigen, kleinen Schlosses aus dem 17. Jh, dessen Fassade die Uhr ziert, Banker war.

Außerdem amüsiert es mich, dass es schon seit über 2000 Jahren die Sehnsucht nach einem einfachen Leben mit der Natur gibt. Ein Traum, den man weder verwirklichen noch vergessen kann.

Vollständiges Gedicht zum Nachlesen

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s