Carpe Diem!

Saturday was the first day of spring and yesterday was another day of winter. Photography has a lot to do with our ability to seize the opportunity – or the day – no matter the circumstances. Beautiful, fascinating things are all around us at all times, but we tend to overlook a lot, because we got used to it. Sometimes it helps to look at ordinary things from a different angle. Literally and figuratively. Sometimes it doesn’t, sometimes you have to get up, go out and look for the extraordinary.

Samstag war der erste Frühlingstag und am Montag war dann wieder Winter. Beim Fotografieren kommt man ohne das Talent, unabhänging von den Umständen die Gelegenheit – oder den Tag – zu nutzen nicht weit. Schöne, faszinierende Dinge sind ständig um uns, aber wir übersehen sie oft, weil wir uns an sie gewöhnt haben. Manchmal hilft es, Gewöhnliches aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Real und im übertragenen Sinne. Manchmal hilft es nicht, da muss man raus und nach dem Ungewöhnlichen suchen.

It seems to me that this applies to life in general as well. We always have opportunities and we choose which ones we accept and which we reject (generally by ignoring them). All those little decisions add up over time, just like the photos accumulate when we press the shutter. Of course, as much as we aren’t happy with every picture we take, we are also not happy with every single decision we make. We evaluate them and get better at making decisions that are good for us.

Mir scheint, im Leben ist es nicht anders. Wir haben ständig Möglichkeiten und entscheiden welche wir nutzen und welche nicht (üblicherweise indem wir sie ignorieren). All diese kleinen Entscheidungen sammeln sich an wie Fotos, wenn wir auf den Auslöser drücken. So wenig wir mit jedem Foto, das wir machen, zufrieden sind, so wenig sind wir mit jeder einzelnen Entscheidung zufrieden. Wir bewerten sie und werden langsam besser darin, gute Entscheidungen zu treffen.

If we practise, we also get better at recognizing unusual opportunities, at seeing things from various perspectives. Our decision album becomes just as unique as our photo collection. How we think and feel about our albums is unique too. I have noticed that some blog entries, I am rather proud of, are not too popular while some that I put together quickly get a fair amount of compliments.

I’d like to overcome shrugging off compliments for things I can do effortlessly and feeling disappointed when something hard and important I achieve is barely noticed. There is no point in comparing my personal scale to someone else’s. If I try to impress others, I better admit it to myself and do as well as I can. If I do something, because it matters to me, compliments are icing on the cake.

Wenn wir üben, werden wir besser darin, ungewöhnliche Gelegenheiten zu erkennen und Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Unser Entscheidungsalbum wird so einzigartig wie unsere Fotosammlung. Was wir über unsere Alben denken, ist auch einzigartig. Mir ist aufgefallen, dass einige Blogeinträge, auf die ich ziemlich stolz bin, nicht besonders beliebt sind, während ich für einige eilig zusammengestellten Einträge ziemlich viel Lob bekomme.

Ich möchte mir gern abgewöhnen, die Anerkennung für Leistungen, die mir leicht fallen gering zu achten und enttäuscht zu sein, wenn kaum jemand einen Erfolg bemerkt, der mich wichtig ist und den ich mir hart erkämpft habe. Es hat keinen Sinn meinen Maßstab mit dem eines anderen zu vergleichen. Wenn ich andere beeindrucken möchte, dann ist es gut, mir das einzugestehen und es so gut wie möglich zu machen. Wenn ich etwas tue, weil es mir wichtig ist, sind Komplimente nur das Sahnehäubchen des Erfolgs.

How we find those special opportunities, I don’t fully understand, of course. In my personal experience, patience and preparedness has a lot to do with it. Have your camera ready, don’t forget the memory card in the computer, make sure you have a spare battery. Go places. Go places you know and places you haven’t been to yet. Keep an open mind and make sure you take enough time to muse, drink tea and eat cookies.

Wie wir diese besonderen Gelegenheiten finden, weiß ich natürlich nicht genau. Nach meiner Erfahrung hat es eine Menge mit Geduld und Bereitschaft zu tun. Die Kamera dabei haben, die Speicherkarte nicht im Computer vergessen, vorsichtshalber einen Ersatzakku in der Tasche haben. Sich umsehen ist auch wichtig. An Orten, die man schon kennt und an Orten, die man noch nicht kennt. Bleibt offen und nehmt euch genug Zeit zum Nachdenken, Träumen, Tee trinken und Kekse essen.

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8 thoughts on “Carpe Diem!

    • Thank you! 🙂

      Snow on just about everything doesn’t look so special to me at the moment, so I was more thrilled the falling flakes came out so well on the first photo. 😀

    • The first advice I got when I bought my first SLR many moons ago was not to take it everywhere, because it would drive me crazy and I’d get a lot of bad photos. At that time one had to keep film and developing expenses in mind, of course.

      My friend advised me to familiarize myself with a landscape, building or whatever I wanted to take pictures of first and then come back with a camera when the conditions were suitable.

      I think it was good advice. Looking at just about everything around me with a camrea lens in mind is crazy and I have had those moments. Trying to capture the spirit of a place the first time I go there, is hardly going to work.

      I agree that practise makes perfect. No one is going to make stunning discoveries without moving about. No one will be able to capture the discoveries well without practise.

      • I see both sides. On the one hand, I’m glad to have become familiar with places in my area that I can keep going back to and see them in different seasons, with different plants, different light, etc. On the other hand, because so much in nature is ephemeral, I often have to photograph something as soon as I encounter it because it might not be there a minute later. The most obvious examples are birds, butterflies, and the like. But even in the case of plants that I notice when I’m walking in nature, I’ve learned that it’s usually better to photograph them right away rather than waiting for the return part of my walk, because the light can disappear, shadows can fall across something that was previously lit up, and so on. And in places that I’m visiting that aren’t near home and that I’m not likely to return to, there’s no choice but to photograph things right away.

      • With all the experience you have, you can make good and fast decisions! With less experience, it’s often either good or fast.

        I am very glad that these days bad photos don’t cause extra costs.

  1. Das klingt heute sehr philosophisch, aber Du hast recht, mit dem, was Du sagst. Dein Vergleich ist interessant. Wobei natürlich die Entscheidungen, die wir beim Fotografieren treffen, im allgmeinen nicht so weitreichend sind wie die, die wir mitunter im und fürs Leben treffen. Ich habe ja nun schon ein ganzes Stück Leben hinter mir. Manchmal frage ich mich aber auch, was ich eigentlich anders gemacht hätte, wenn ich noch eine 2. Chance hätte. Erstaunlich ist, das mir da nur recht wenig einfällt.

    Habe ich dann alles richtig gemacht? Wahrscheinlich nicht. Trotzdem würde ich auch das, was ich vielleicht einmal falsch gemacht habe, nicht als schlimmen Fehler ansehen. Es hat mich evtl. dazu gebracht, es beim NÄCHSTEN Mal anders zu machen. In dieser Hinsicht ist es dann schon wieder wie mit der Fotografie. Lass Dich nicht entmutigen, wenn Du denkst, dass das, was Du Dir hart erkämpfen musstest, manchmal nur geringe Anerkennung findet. Es gibt viel zu viele Menschen, die sich mit Oberflächlichem zufrieden geben. Die, die das nicht tun, werden sehr wohl Deine Leistungen anerkennen. Glaub mir das.

    Das obere Bild mit den im Hintergrund verschwommenen Schneeflocken gefällt mir sehr.

    • Deinen Kommentar habe ich im Spam gefunden! Der Filter sollte dich aber wirklich langsam kennen!

      Mir geht es auch so, dass ich wenig Entscheidungen bedauere. Es liegt vor allem daran, dass ich alle wichtigen Entscheidungen sorgsam überdacht habe. Auch wenn sie sich im Nachhinein als unglücklich herausgestellt haben, konnte ich das vorher unmöglich wissen. Mit dem Wissen von heute, würde ich manchmal anders entscheiden, aber ich werfe meinem jüngeren Ich nichts vor.

      Dass manches, was ich mir hart erkämpft habe, wenig Anerkennung findet, mache ich selten jemandem zum Vorwurf. Ich kann z.B. schwierige Passagen mit ungewöhnlicher Harmonie tonal fehlerfrei singen, Rhythmik treibt mich allerdings in den Wahnsinn – da bin ich zufrieden, wenn es halbwegs passt. Niemand, der die fertigen Ergebnisse hört, käme darauf, wie viel Mühe mich ein Bossa Nova kostet und wie schnell ich eine Melodie mit vielen schrägen Intervallen beherrsche. Das kann man nur wissen, wenn man beim Üben dabei war.

      Ich find die Schneeflocken auch toll. 🙂

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