November Views / Novemberaussichten

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Here are a few more views from the castle. / Hier sind noch ein paar Blicke vom Burgberg.

Forest in Fall / Herbstwald

In my mind, that’s an awesome view any time. I like how the hills just stop at the northern bank of the river. I like the river from any perspective any time. The fertile plain to the south is a great contrast to the hills.

Diese Aussicht ist einfach immer beeindruckend. Mir gefällt wie die Hügel am nördlichen Ufer einfach aufhören. Den Fluss finde ich immer und aus jeder Perspektive faszinierend. Die fruchtbare Ebene im Süden ist ein toller Kontrast zu den Hügeln.

There is a reason people get angry when rivers are channelled too much. It increases the risks of floods and is the end of beautiful riverscapes like this one.

Hier kann man ahnen, wie eine unbegradigte, unkanalisierte Flusslandschaft aussehen würde.

On a summer day this would be the most impressive view. But in November, there isn’t enough light to make out the city clearly. I think the hazy view has its charm anyway. Until I looked at this photo, I wasn’t aware I could see my neighbourhood. It is about as far away as the cathedral, but on the far right of the photo.

An einem Sommertag ist das die beeindruckenste Aussicht. Aber im November reicht das Licht nicht aus, um bis zur Stadt zu sehen. Ich finde allerdings, dass dieses Foto auch mit dem Dunst seinen Charme hat. Mir war nicht klar, dass ich vom Burgberg fast bis nach Hause schauen kann. Es ist etwa so weit weg wie der Dom, aber ganz rechts am Bildrand.

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Knocking on Heaven’s Door?

Well, maybe not here!

Since I don’t know the story behind the strange design, I’ll make one up.

Originally the face on the knocker was the face of a beautiful young lady, modelled partially after the smith’s daughter and partially after the angel sculptures that can be found in several nearby churches.

When the smith showed the complete knocker to the wealthy merchant who had ordered it, the merchant was outraged. He recognized the smith’s beautiful daughter and thought it was a disgrace to have an image of such a poor and unimportant person at his door for everyone to see. He felt insulted and told the smith to change the face into the face of someone famous, influential and clever.

The smith was confused about the request, but promised the merchant to comply with the order. He went back to his workshop and thought about his task. A powerful person certainly had to be a man, not necessarily a handsome man. Eventually the smith decided to make a face that was partially modelled after the merchant with his broad nose and curly hair and partially after the sculpture of a saint he had seen in one of the churches.

When he was done, he showed the knocker to the merchant again. His customer was delighted, he paid the talented smith well and had him mount the locker to his door for everyone to see and admire.

In the evening a priest walked by the door and immediately recognized the face was a combination of a saintly face and the face of the haughty businessman. “This is devil’s work,” he muttered under his breath and when he walked away horns and forehead creases appeared on the iron face.

Neither the smith nor the businessman ever noticed the change for the smith never passed by the house or worked for the merchant again. The businessman always had servants to open doors for him, of course.

Everyone else just saw the devil and considered himself warned.

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Also hier eher nicht.

Da ich die Geschichte dieses Türklopfers nicht kenne, denke ich mir eine aus.

Ursprünglich war das Gesicht im Türklopfer ein schönes, junges Mädchen, das der Schmied teilweise seiner Tochter und teilweise den Engelsskulpturen in den nahe gelegenen Kirchen nachempfunden hatte.

Als der Schmied den fertigen Türklopfer dem reichen Kaufmann zeigte, der ihn mit der Herstellung beauftragt hatte, war der Kaufmann empört. Er erkannte das Gesicht der Tochter des Schmieds und fand es beleidigend, das Bild eines so armen, unbedeutenden Menschen an seiner Tür zu haben. Er befahl dem Schmied das Gesicht zu verändern und eine berühmte, einflussreiche und kluge Persönlichkeit darzustellen.

Den Schmied verwirrte dieser Auftrag, aber er versprach dem Kaufmann, seinen Auftrag zu erfüllen. Er ging zurück in seine Werkstatt und dachte über die Aufgabe nach. Eine einflussreiche Person wäre sicher männlich, aber nicht unbedingt schön. Der Schmied entschied sich das Gesicht teilweise dem Kaufmann mit seiner breiten Nase und dem lockigen Haar und teilweise einem Heiligen, dessen Skulptur er in einer Kirche gesehen hatte, nachzuempfinden.

Als er fertig war, zeigte er den Türklopfer dem Auftraggeber erneut. Sein Kunde war begeistert, er bezahlte den talentierten Schmied großzügig und wies ihn an, den Türklopfer an die Tür zu montieren, wo ihn jeder sehen und bewundern konnte.

Abends ging ein Priester an der Tür vorbei und erkannte sofort, dass das Gesicht eine Kombination eines Heiligen mit dem hochmütigen Geschäftsmann war. “Das ist Teufelswerk!”, murmelte er und als er weiter ging formten sich Stirnfalten und Hörner auf dem geschmiedeten Gesicht.

Weder der Schmied noch der Kaufmann haben es je bemerkt, denn der Schmied ging nie wieder an der Tür vorbei und arbeitet auch nicht mehr für den Hauseigentümer. Der Kaufmann ließ sich die Türen selbstverständlich immer von Dienern öffnen.

Alle anderen sahen den Teufel auf der Tür und begriffen es als Warnung.

Roofs and Turrets

When I walked along the riverbank the other day, I noticed just how many turrets we have in this city. Not just the various church steeples you might expect in a city where many buildings date back to the Middle Ages, but also Patrician Towers, symbols of wealth of Medieval businessmen.

I will not mention the name of the city publicly when I show you some of its popular and some of the rather hidden places. But I may decide to answer your comment via email, if you ask. Guesses will be edited. It’s bad enough I make a fool of myself looking like a tourist walking the streets with a camera around my neck. I can’t have any locals find my blog coincidentally and read my more or less serious stuff on top of it!

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Als ich neulich am Ufer des großen Flusses entlang ging fiel mir auf, wie viele Türmchen diese Stadt hat. Nicht nur die ganzen Kirchtürme, die man in einer mittelalterlichen Stadt eben erwartet, sondern auch Patriziertürme, Zeichen mittelalterlichen Wohlstands.

Ich werde den Namen meines bayerischen Wohnortes hier nicht öffentlich nennen wenn ich euch ein einge seiner beliebten und seine versteckte Ansichten zeige. Aber wenn ihr fragt, könnte es sein, dass ich mit einer Email antworte, falls ihr es nicht sowieso längst erraten habt. Vermutungen in Kommentaren werden gelöscht. Es ist schon schlimm genug, dass ich mich in der Stadt mit einer Kamera um den Hals zu Affen mache, weil mich alle für eine Touristin halte (meine lustige hochdeutsch-bayrische Dialektmischung hilft nicht). Da geht es nicht auch noch, dass die Ortsansässigen beim Googlen zufällig über meinen Blog stolpern und meine mehr oder weniger geistreichen Ausführungen mitlesen.

On the following visit to the city I paid even more attention to the turrets and roofs and discovered that many of them are creatively decorated, no matter their age. The mansion above is 18th century so, by standards here, rather new.

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Bei nächsten Auflug in die Stadt habe ich dann noch mehr auf die Türmchen und Dächer geachtet und entdeckt wie kreativ viele von ihnen gestaltet sind, ganz egal wie alt sie sind. Die Villa oben ist aus dem 18. Jh, nach unseren Maßstäben also relativ neu.

No, this is not part of a church, but it is part of the buildings that go with the cathedral and the diocese, but today it is the top of a posh restaurant. I can’t say anything about their food. The menu is very Bavarian, way too much meat for me.

More roofs and turrets coming soon …

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Nee, das ist kein Kirchendach. Es gehört zum Komplex des Doms und des bischhöflichen Ordinariats, aber hauptsächlich ist es heute das Dach eines gutbürgerlichen Restaurants. Über das Essen kann ich nichts sagen, die Karte ist sehr bayerisch, viel zu viel Fleisch für meinen Geschmack.

Mehr Dächer und Türme demnächst auf diesem Blog …

Off the beaten track / Gut versteckt

This is my favourite view along my favourite hiking route out of town. It’s easy to miss, not directly on any path, no sign. There are steps at the riverbank and when I approached them a little red lizard ran off to hide. I can’t remember when I had last seen a lizard.

I hope this region will remain peaceful, not become merely a suburb of the nearby city, not be overrun by tourists. I know there are more pretty little spots like this nearby and I hope a wanderer may still discover them by accident for a long time to come.

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Das ist meine Lieblingsaussicht von meinem Lieblingswanderweg außerhalb der Stadt. Sie liegt ein bisschen ab vom Weg und ist deshalb leicht zu übersehen. Es gibt am Ufer ein paar Stufen und als ich darauf zu ging, lief eine kleine, rote Eidechse zurück ins Gebüsch. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein Eidechse gesehen hatte.

Ich hoffe, dass diese Region so still bleiben wird und sich nicht zu einem bloßen Vorort der nahe gelegenen Stadt entwickelt oder von Touristen überrannt wird. Ich weiß, dass es in der Gegend noch mehr schöne, kleine Plätze wie diesen hier gibt und ich hoffe, dass auch sie auch in Zukunft von Vorbeikommenden entdeckt werden können.

Streets and Alleys / Straßen und Gassen

Let me take you on a little tour of the streets and alleys of my town on a sunny summer’s day today.

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Heute gibt’s einen sommerlichen Rundgang durch meine Stadt.

I like how the church towers over the alley.

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Hier gefiel mir einfach nur der Kirchturm über der Gasse.More homes than businesses here, but let’s walk a little further along this street.

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Hier sind noch mehr Wohnungen als Geschäfte, aber lasst uns eins Stücke weiter gehen.

It was a hot, early afternoon on a weekday, so the streets were quieter than usual. On a Saturday, you’ll have a hard time finding an empty seat. Just before we reach the orange sunshade in the background we see something glittering on the pavement.

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Es war ein heißer, früher nachmittag an einem Wochentag, deshalb war es so ruhig. Samstags gibt’s da natürlich keine freien Plätze. Kurz vor dem orangen Sonnenschirm sehen wir etwas glitzerndes im Pflaster.


Here’s the translation of the inscription of the center brass plaque on the right:

Here lived
Paula Nussbaum
nee Thalheimer
born in 1900
deported in 1942
Piaski
murdered

The stones are called Stolpersteine, a German expression that means “a stone you trip over”. These aren’t the only ones in my city. They are the smallest, most personal holocaust memorial plaques. It is impossible to tell a complex story in a few sentences, these little plaques don’t try.

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Ach, Stolpersteine. Nicht die einzigen in der Stadt.

The good food alley. Several speciality food shops and two really nice restaurants. My favourite is the one straight ahead, you can only see the pale green wall of. If you feel so inclined, you can eat fresh, simple French food in a gothic house chapel there or you can sit on the patio.

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Die Delikatessengasse. Ein paar Spezialitätenläden und zwei nette Restaurants. Mein liebstes ist geradeaus, wo man hier nur die blassgrüne Wand sehen kann. Da gibt’s einfaches französisches Essen in der gotischen Hauskapelle oder im mittelalterlichen Innenhof.

I think cars should really stay out of the alleys as long as the driver can walk. The yellow flag on the bicycle with the red sun is a sign of protest against nuclear power. I hadn’t seen it on a bicycles before, usually it’s buttons on clothes, stickers, avatars, etc.

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Wieso müssen die sich in ihren Blechdosen durch die Gassen schlängeln. Haben die denn keine Füße?

This alley is in another section of the city which originally started out as a separate city. I happen to think it is one of the prettiest alleys in town. I walk through it often, because it is on my way home from the city center.

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Diese Gasse liegt in einem anderen Stadtteil, der ursprünglich mal eine andere Stadt war. Ich finde, es ist eine der hübschesten Gassen in der Stadt und gehe dort oft lang, weil sie auf meinem Heimweg vom Zentrum liegt.

So we have reached the end of today’s journey. I’ll take you somewhere else tomorrow.

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Damit ist der Rundgang für heute beendet. Morgen geht’s woanders hin.

St. Jakob’s Church

Since I am not a religious person, I tend to visit churches the way I visit art collections. Today I want to show you something a bit fancier than the organ of our modest, merely 100-year-old neighbourhood church: 12th century St Jakob’s Church. It was my first visit to that church and I am afraid none of the photos do its beauty justice. They mostly reflect my amazement at what I saw. I have lived in this city for many years, but I am still overlooking churches, because there are so many of them. Some of the most impressive are really easy to miss, since they look somewhat plain from the outside. Click to enlarge the pictures, a lot of detail is lost in these little ones here.

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Wenn ich eine Kirche besuche, dann ist das für mich so ähnlich wie der Besuch einer Kunstsammlung, da ich kein religiöser Mensch bin. In der Jakobskirche aus dem 12. Jh war ich jetzt zum ersten Mal. Die Bilder werden der Schönheit der Kirche nicht gerecht und zeigen mehr mein Erstaunen über meine Neuentdeckung. Ist schon komisch in einer Stadt zu leben, wo man nach vielen Jahren immer noch Kirchen übersieht, weil einige von außen ganz unscheinbar aussehen oder der Eingang irgendwo verdeckt ist. Klickt auf die Bilder, um sie zu vergrößern, auf den Verkleinerungen hier gehen sehr viele Details verloren.

This is the entrance to the church. The birches are decorations left from the Corpus Christi festivities a few days ago. Actually, the entrance is such and important piece of art, it is surrounded by a glass building. There is more stone carving to the left and right. I was a bit overwhelmed with all of it.

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Die Birkendekoration am Portal und auch in der Kirche sind noch von Fronleichnam übrig. Das Portal ist so wertvoll, dass man einen Glaskasten vor die Kirche gebaut hat, um es zu schützen, wirkt insgesamt sehr seltsam. Rechts und links von der Tür sind auch noch Steinmetzarbeiten, die zum Portal gehören.

The central nave with stone and wood carving galore. If you look carefully and your monitor shows enough detail, you can see sunbeams pouring in from the southern window (top right) in front of the altar almost like a rainbow.

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Das Mittelschiff mit massenweise Steinmetzarbeiten und Holzschnitzereien. Ich finde die Farbgebung auch sehr ungewöhnlich und beeindruckend. Wenn man genau hinschaut – und der Monitor es hergibt – kann man von oben rechts das Licht durch ein Südfenster vor dem Altar hereinscheinen sehen. Sieht ein bisschen aus wie ein Regenbogen und war in Wirklichkeit noch beeindruckender.

The choir stalls.

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Das Chorgestühl.

Those figures caught my eye immediately when I walked into the church. Altough there is a lot of decoration, these three stand out.

I think I’ll have to go back to that church again and study it a bit more carefully. The masonry on the portal and the pillars is quite amazing and there are lots of little things that felt too overwhelming to take in during my first visit.

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Die drei Figuren über dem Altar haben mich beim Betreten der Kirche sofort fasziniert, obwohl es ja auch sonst genug zu sehen gab. Ich muss da gelegentlich nochmal hin und mir die Details genauer anschauen. Die Steimetzarbeit am Portal und an den Säulen ist wirklich was Besonderes. Insgesamt waren es mir – wie so oft – beim ersten Besuch viel zu viele Sachen, um alles in Ruhe anzuschauen.

Pechstein Retrospective in my Neighbourhood

Well, I am probably off to a rather lame start for this series. I visited my little neighbourhood art museum a few bus stops away. Before you start realizing it isn’t the Louvre or the Metropolitan Museum of Modern Art and begin to yawn, I’d like to add I went there for a special exhibit. I had meant to see the exhibit for three months since it’ll be leaving town in two weeks, I was about to miss it.

I only knew Max Pechstein, whom the exhibit was about, was a member of the “Brücke” group, a small, well-known circle of German expressionist painters. During the Third Reich their art classified as “entartete Kunst”, “degenerate art“, the connotation to the German expression suggests something bad had happened to their art. Before the exhibit I only knew that many of those works were burned, I didn’t know the artwork was actually sorted carefully, some was sold abroad and the things, they felt they couldn’t cash in, were burned. How abominable! Of course, it also means some of the pieces still exist scattered all over the world.

I walked into the museum on a sunny weekday at lunchtime, so it was very quiet. My first stop was a large, somewhat strangely illuminated hall with oil paintings. My first thought was “odd”. They didn’t resemble anything I had seen before and I didn’t like them too much, but they were interesting. I ambled around a bit more and found myself in a dim room with little sketches. Those were just awesome. I was amazed anyone could bring a scene to life with nothing but a few lines. Pechstein obviously liked to sketch and paint naked women – and he was impressively good at it.

My favourite exhibit was probably the smallest of all, about half the size of a postcard. Pechstein drew his wife breastfeeding his newborn son with what seemed like two or three lines. It looks very simple and full of kindness. He wrote a note underneath saying his sun was cute and they were well. Maybe not the most common thing for a young father to do in 1912.

When I watched a video presentation I learned how many skills the painter had: oil, sketches, water colours, woodcuts, lithographs, sculpting, even a little jewellery and stained glass windows. Apart from the sketches I liked the print series about the Lord’s Prayer, several oil portraits and some of the last, very colourful pictures that reminded me of Van Gogh.

As you have probably guessed, many works of art were gathered from all over the place for this exhibit. I eventually left the museum feeling “picture overload”, my brain had given up processing. It’s very unlikely I’ll have the opportunity to see a collection like this again any time soon, so I am very glad I didn’t miss this one.

I would have loved to show you a few more and different examples of Pechstein’s works, but can’t do that without copyright infringements. These two stamps however are in the public domain. The top one is a portrait of his wife. The bottom one shows Italian workers.

Image found on Wikimedia

If you would like to see more pictures or read more about the artist Artcyclopedia is a good source.