Little Church / Kleine Kirche (3)

I wish I could have taken a few more photos of the beautiful paintings, but my selection of angles was very limited. I also wish I could have stood underneath the paintings, because I guess painted figures look like modelled figures then. This picture shows some of the beauty of the entire ensemble though.

Ich hätte gern mehr Fotos von den Malereien gemacht, aber meine Möglichkeiten waren sehr begrenzt. Ich hätte mich auch gern unter die Bilder gestellt, weil einige Gemäldeteile dann sicher wie Skulpturen wirken. Das Foto zeigt immerhin etwas von der Schönheit der ganzen Malerei.

This is my favourite detail. I can’t recall having seen dark faces in any other painting in a European church. There are dark figurines sometimes, dark from soot or age. But these faces look African. I am also rather fascinated by the scientist with the globe.

Diesen Teil fand ich am faszinierendsten. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo schon mal dunkle Gesichter in einem europäischen Kirchengemälde gesehen zu haben, rußige oder nachgedunkelte Statuen schon. Mir gefällt auch der Wissenschaftler mit dem Globus.

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Little Church / Kleine Kirche (1)

A few days ago I attended a meeting in a nearby town. I knew there was a particularly beautiful church so I brought some photo equipment. Unfortunately an iron gate is intalled near the entrance to protect the artwork from vandalism. Despite limited photo equipment and a sorry selection of angles, I want to give you a bit of an idea what the place looks like, because I can’t recall having seen a more beautiful church.

Vor ein paar Tagen hatte ich in einer nahen Stadt etwas zu erledigen. Ich wusste, dass es dort eine besonders schöne Kirche gibt, also habe ich einen Teil meiner Fotoausrüstung mitgenommen. Unglücklicherweise kann man in der Kirche nicht herumlaufen, weil es kurz hinter dem Eingang ein Eisengitter gibt, um die Kirche vor Vandalismus zu schützen. Trotz meiner mangelhaften Ausstattung und der sehr bescheidenen Perspektivenwahl, wollte ich euch einen kleinen Eindruck von der Kirche geben, weil ich mich nicht erinnern kann, schon mal eine schönere gesehen zu haben.

Here are some more details.

Nochmal ein Ausschnitt.

European Heritage Days / Tag des offenen Denkmals

In a small city with about 1000 historic monuments there is a lot to show and to see on the annual European Heritage Day. Almost everyone who lives here is a little amateur (art)historian, because apart from a lot of old things, there isn’t much else. On Heritage Day doors that are usually closed are opened, there are guided tours and a lot of curious people patiently waiting to take part in the ones they have selected.

This year I didn’t have enough patience to wait for some of the extraordinary tours. I only decided to learn something about St. Jakob’s Church which was part of an abbey founded by Irish Benedictine monks. It was a long, dangerious trip from Ireland to Bavaria back then, the monks brought valuable skills to the city.

Apart from St.Jakob’s Church I visited three more chuches that are closed on weekdays. I posted photos taken in the two Lutheran Churches, as you can see, one of them is currently being renovated. Both churches offered guided tours as well, but I felt one guided church tour per day was enough…

I had meant to see the third church for a long time. It is a very big church, but without spire, slightly away from the popular paths and not exactly beautiful from the outside, so it is easily overlooked when you just walk through the alleys. I have stood in front of its closed doors a few times and only recently did I spot a sign that said when the church was open to the public.

When I looked into it through the open doors, I was stunned. It’s a beautiful Gothic church with an elegant ribbed vault, it’s bright and there are beautiful old murals. But there was a problem. The church had a guard. I have been inside many churches in Germany and elsewhere, but I have never encountered an intimidating guard like that one. He eagerly made sure people abided by the rules that were posted on a sign in pictograms: no hats, no eating, no drinking, no filming, etc. He did it so obtrusively that some curious folks fled before they even entered the church.

The few visitors who weren’t scared off entirely were kept under constant surveillance. He didn’t comment on my hat, probably because Bavarian ladies traditionally wear hats during services. Chances are the rule just applied to men. I still left the church after a quick tour of it, because it felt like the guard was staring holes into my shoulder blades and sensed that I was indeed wondering where a camera would need to be put to take a nice photo.

I’ll visit that church again some other day and I hope I’ll then at least be able to look around in peace. I don’t think anyone actually had the nerve to pray then and there.

I would have loved to take a tour through a very old house that day, but I would have needed to wait for at least an hour, because so many other people were interested as well. I chose to buy myself some ice-cream and walk home on the sunny day instead.

In einer kleinen Stadt mit ca 1000 Denkmälern gibt es an solch einem Tag viel zu zeigen und zu sehen. Fast jeder, der hier wohnt, ist eine kleiner Hobby(kunst)historiker. Denn außer ganz, ganz vielen alten Sachen gibt es nicht viel zu sehen. So herrscht jedes Mal am Tag des offenen Denkmals wohlgeordnetes Chaos. Es gibt viele Führungen, viele interessierte Menschen und lange Wartezeiten.

Ich hatte in diesem Jahr nicht besonders viel Geduld, auf eine der ganz ausgefallenen Führungen zu warten. Ich hatte mir nur fest vorgenommen, mir etwas über die Jakobskirche erklären zu lassen, die Teil eines alten, von irischen Mönchen gegründeten Benediktinerklosters ist. Es war damals ein langer, gefährlicher Weg von Irland nach Bayern und die Mönche brachten wertvolle Kenntnisse mit.

Außer der Jakobskirche habe ich noch drei weitere Kirchen besucht, die wochentags geschlossen sind. Die Fotos aus den beiden evangelischen Kirchen sind hier zu sehen. Wie man sieht, wird eine davon gerade saniert. In den beiden Kirchen gab es auch Führungen, aber ich hatte daran kein besonderes Interesse. (Eine Kirchenführung pro Tag reicht…)

In die dritte Kirche wollte ich schon lange einmal gehen. Es ist eine sehr große Kirche, allerdings ohne Türme, etwas versteckte Lage und von außen nicht besonders schön, sodass sie leicht übersehen wird wenn man durch die Gasen läuft. Ich habe dort schon einige Male vor verschlossenen Türen gestanden und erst kürzlich an der Tür einen Zettel mit den Öffnungszeiten entdeckt.

Als ich dann durch die offenen Türen hineinschaute, war ich überwältigt. Eine wunderschöne gotische Kirche mit elegantem Kreuzrippengewölbe, hellem Innenraum und Wandmalereien. Es gab allerdings einen Haken. Die Kirche hatte einen Wächter. Sowas hab ich bei all meinen Kirchenbesichtigungen noch nie erlebt. Dieser ziemlich übereifrige Mensch achtete auf die Einhaltung der Regeln, die auf einem Schild in Piktogrammform kundgetan wurden: keine Hüte, nicht essen und trinken, nicht filmen, etc. Das tat er so aufdringlich, dass ein Teil der neugierigen Mensch schon vor der Kirchentür wieder die Flucht antrat.

Die wenigen Menschen, die sich von ihm nicht gleich abschrecken ließen, die Kirche zu betreten, in meinem Fall sogar mit Sonnenhut, wurden nicht aus den Augen gelassen. Ich habe die Kirche nach einem kurzen, eiligen Rundgang wieder verlassen, weil ich das Gefühl hatte, dass der Mann mir Löcher zwischen die Schulterblätter starrt und genau erkennt, dass ich natürlich überlege, wie man hier eine Kamera positionieren muss, um ein gutes Foto zu bekommen.

Ich werde die Kirche irgendwann nochmal besuchen und darauf hoffen, sie dann wenigstens in Ruhe besichtigen zu können. Zum Beten kam bei der Aufdringlichkeit dieses Mannes sicher niemand.

Ein altes Haus hätte ich gern noch besichtigt, aber ich hätte mindestens eine Stunde auf eine Führung warten müssen, weil es so viele Interessenten gab. Da habe ich lieber bei schönstem Spätsommersonnenschein noch ein Eis gegessen und bin nach Hause spaziert.

Stonemasonry / Steinmetzarbeiten

Don’t let the picture fool you, the bottom of the photo is nowhere near the ground. The complete tower is 345 ft (105 m) high. This cathedral has a lot of stonemasonry, it’s been built, remodelled and re-remodelled a few times over a period of 600 years. To this day people are working on it every day to maintain it. I have walked past the church many times and when I am not in a hurry, I find something new to me, every time I look. Many details, however, are just barely visible to the naked eye.

Lasst euch von dem Foto nicht täuschen, der untere Rand des Bildes ist nicht mal in der Nähe der Strasse. Der gesamte Turm ist 105 m hoch. Dieser Dom hat eine Menge Steinmetzarbeiten, er wurde gebaut, umgebaut und dann nochmal umgebaut, sodass die Gesamtbauzeit schlappe 600 Jahre beträgt. Bis heute arbeiten jeden Tag Leute daran, ihn zu erhalten. Ich bin schon oft vorbeigegangen und wenn ich es nicht eilig habe, suche ich nach mir noch unbekannten Details, viele davon kann man mit bloßem Auge kaum erkennen.

This sculpture is on the right hand side of the tower somewhere between 130 and 165 ft above street level, at about the same hight as the top window. What kind of person do you have to be to end up carved in stone in such a lofty hight for hundreds of years?

Diese Statue hängt zwischen 40 und 50 m über dem Boden auf der rechten Seite des Turms, etwa in der Höhe des oberen Fensters auf dem ersten Foto. Ich frag mich, wer man wohl gewesen sein muss, damit man in Stein gehauen in so luftiger Höhe für ein paar hundert Jahre ausgestellt wird.

Pretty & Creepy / Schön schaurig

I’ve written about Catacomb Saints a while ago and now I discovered a third one in another church. He seems to be in excellent condition. But this photo makes me think the church caretaker and maybe even the community are spooked by him. Not only the potted plants block the view of the valuable and rare display, there are even more things, but at least I could walk around those.

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Über Katakombenheilige habe ich vor einiger Zeit schon geschrieben und nun habe ich in einer anderen Kirche einen dritten Katakombenheiligen entdeckt. Er schein in sehr gutem Zustand zu sein, aber dieses Bild lässt vermuten, dass er nicht jedem geheuer ist. In diesem Seitenaltar stehen nicht nur die Pflanzen im Weg, die den Blick auf die wertvolle Vitrine verstellen, sondern auch noch ein paar andere Dinge, um die man wenigstens herumgehen kann.

For all of you, who haven’t seen something like this before, it is just what it seems to be: a skeleton in extravagantly decorated silk clothes – everything is genuine. When you look closely, you’ll see the skull with the empty eye socket and the root of the nose quite clearly under the layer of silk.

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Für alle, die sowas noch nicht aus der Nähe gesehen haben, es ist genau, was es zu sein scheint: ein Skelett in Seidenkleidern mit aufwändigen Schmuck – alles echt. Wenn man genau hinschaut, kann man den Schädel mit der Augenhöhle und der Nasenwurzel gut unter der Seide erkennen.

I’m thrilled by the shoes, although the poor Roman may not have chosen to rest in beaded, pink slippers for centuries.

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Mich faszinieren die Schuhe, wobei sich der arme Römer seine letzte Ruhe vielleicht nicht in bestickten rosa Seidenschlappen vorgestellt hat.